Recherche: Kultursendungen

Wir haben in unserer ersten Recherche Kultursendungen angesehen und dazu ein semantisches Differential entwickelt um diese auszuwerten. Das semantische Differential biete als Analysemethode den großen Vorteil das mit ihm sehr intuitiv gearbeitet werden kann. Es kommt nicht darauf an Faktoren genau zu kennen oder möglichst präzise benennen oder auswerten zu können. Die Methode erlaubt es vielmehr unterschiedliche Meinungen und Haltungen einem Thema gegenüber spontan zu erfassen und danach vergleichbar zu machen. Die Adjektive die wir für das Differential auswählten spiegeln also an sich schon eine gewisse Erwartungshaltung unserer Seits wieder und gehören damit genauso zum Rechercheergebnis wie die Auswertung des Differentials.

Folgende Begriffe haben wir gegenüber gestellt:

  1. jung / alt
  2. modern / konservativ
  3. Subkultur / Hochkultur
  4. schnell / langsam
  5. lange Beiträge / kurz Beiträge
  6. interaktiv / linear
  7. digital / analog
  8. seriös / boulevard
  9. informativ / unterhaltend
  10. oberflächlich / tiefgründig
  11. tagesaktuell / zeitlos
  12. wertend / neutral
  13. komplex / reduziert
  14. beobachtend / erzählend
  15. moderiert / ungeführt
  16. persönlich / distanziert
  17. strukturiert / offen
  18. gesetzt / reportagig
  19. monothematisch / multithematisch
  20. rund / kantig

Um das semantische Differential anzufertigen schaute jeder von uns einige der bekanntesten Kulturmagazine der öffentlich-rechtlichen Sender im deutschsprachigen Raum. Direkt nachdem die Sendung durchgeschaut war wurde dann das Differential mit den frischen Eindrücken zu der Sendung spontan und möglichst ohne großes Überlegen ausgefüllt. Folgende Sendungen wurden von uns bewertet:

  • Capriccio (Bayern)
  • Hauptsache Kultur (Hessen)
  • Kunscht! (SWR)
  • West.Art Magazin (WDR)
  • artour (MDR)
  • Kulturplatz (Schweiz)
  • aspekte (ZDF)
  • NDR Kulturjournal

Zusätzlich zu den Begriffspaaren erfassten wir zu jeder Sendung noch den Einsatz der verschiedenen Kommunikationsmittel mit den Zuschauern und Besonderheiten die uns während des Schauens aufgefallen waren.

Wenig überrascht wurden wir in Punkten die die Art der Beiträge betreffen. Diese waren immer erzählend, nicht sehr schnell oder langsam geschnitten und eher kurz gehalten. Auch beim Aufbau der Sendungen gab es einige Übereinstimmungen mit unseren Erwartungen. Alle Sendungen waren moderiert, rund und strukturiert. In Fragen der Seriosität und Persönlichkeit versuchen die meisten sich möglichst im Mittelfeld zu bewegen. Unerwartet war hingegen die Wahl von durchweg multithematischen und tagesaktuelle Beiträgen. Hier hätten wir uns auch vorstellen können das die Sendungen teilweise monothematische Ansätze verfolgen und auch historische Ereignisse betrachten. Die nächste Überraschung gab es bei der Wertung und eigenen Meinung. Es  gibt Sendungen die ihre Studiogäste kritisch in Frage stellen oder eigene Beträge mit kritischen Unterton versehen. Die Internetauftritte der Sendungen waren immer vorhanden, aber mit wenigen Ausnahmen ohne Mehrwert für die Sendung.

Die komplette Auswertung des semantischen Differentials findet sich hier.

Mit den Erkenntnissen aus dieser ersten Recherche begeben wir uns in die Brainstormphase in der uns diese Analyse eine gute Übersicht über die bestehenden Formate bietet. Wir können jetzt unsere eigene Haltung solcher Sendungen gegenüber besser verstehen und Kritik fundierter äußern, was sich schon jetzt merklich auf die Qualität unserer Diskussionen auswirkt.